Ascharina, der Ort für Entspannung

Manuel und seine drei Geschwister bewohnen das Elternhaus ihres Vaters, jedenfalls das Erdgeschoss, so sie in der Heimat sind. Holzherd und Stubenofen sind die einzigen Wärmequellen in diesem einfach eingerichteten Bauernhaus. Der 24-jährige Skirennfahrer vom Swiss Ski A-Kader ist aber nicht mehr oft hier. Wenn er nicht gerade an Rennen weltweit unterwegs ist, wohnt er der zentralen Lage wegen in Pfäffikon SZ in einer Wohngemeinschaft. So wie seine drei älteren Geschwister, Georgette, Christoph und Armando, die ihrer Arbeit im Unterland nachgehen. 

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Marietta Kobald

«Das hier ist mein Ort um zu entspannen, mich zu erholen», sagt Manuel und weist darauf hin, dass dies hier Usser-Ascharina ist und obwohl nahe von St. Antönien zur Gemeinde Luzein gehörend. Aus diesem Grund besuchte er auch die Primarschule in Pany, konnte gleich neben dem Elternhaus ins Postauto steigen und ist heute noch Mitglied beim Skiclub Pany. Dort beim Panyer Skilift hat er Skifahren gelernt. Erinnern kann er sich nicht mehr, grad zweijährig war er. Aber mit drei älteren Geschwistern die Skifahren wollten, blieb ihm nichts anderes übrig, als mitzuzotteln. Ans erste auswärts Rennen mag er sich aber erinnern. In Selfranga, in Klosters war das, mit etwa acht Jahren. «Da spürte ich, dass ich auch gewinnen will und dass ich mich ärgerte, wenn etwas nicht wunschgemäss lief», blickt Manuel zurück. Seine Mutter Ruth erzählt später: «Er wollte unbedingt lernen auf dem Keyboard zu spielen. Aber als «alli mini Äntli» nicht auf Anhieb klappte, gabs ein zorniges Geschrei». Er sei aber beharrlich geblieben und habe es geschafft. Sie bezeichnet ihn als einen, der sein persönliches Ziel durchzieht bis zum bitteren Ende. «Und nie gibt er anderen oder dem Material die Schuld, wenn es nicht aufgeht», sagt Ruth. 

Konzentration auf die nächsten Rennen Aufgegangen ist es Manuel in seiner ersten Rennsaison beim Swiss Ski  A-Kader vor knapp einem Jahr auch nicht. Beim Riesenslalom in Val d’Isère brach er sich den Schienbeinkopf und litt nach der Entfernung der Platte unter starken Verspannungen. Aber er hat sich zurückgekämpft, erfolgreich, wie das erste Rennen der Saison in Sölden beweist. «Für mich ist dieser 16. Rang der grösste persönliche Erfolg bisher», sagt er. 

Manuel hat im Jahr 2010 am Sportgymnasium in Davos die Maturität erlangt und ist seither Profi- Skirennfahrer bei Swiss Ski, kann davon und von seinen Sponsoren Atomic, Raiffeisen und Power Beef von Metzgerei Mark in Schiers leben. «Etwas anderes als Riesenslalom liegt nach meiner Verletzung derzeit nicht drin, aber nöösärä täte mich der Super-G schon», meint Manuel und schaut dabei auf die Uhr. Er müsse bald aufbrechen, es gehe demnächst nach Schweden zum Training und an ein Europacup-Rennen in Finnland. Noch eine Frage in Bezug auf die Zukunft. Darüber mache er sich keine Gedanken. Erst einmal wolle er sich voll und ganz dem Rennsport widmen und von Rennen zu Rennen schauen. Wir schauen mit Manuel und halten ihm die Daumen!

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