Wenn Trailrunning zur Passion wird.

Stephan Hugenschmidt

Stephan Hugenschmidt
Stephan Hugenschmidt, einer der erfolgreichsten Trailrunner, wohnt seit 2015 in Schiers. Der Prättigauer Botschafter hat sich im Trail- und Ultratrailsport einen Namen gemacht, ist Sieger renommierter Läufe und hält Streckenrekorde. Wir haben mit ihm über die Faszination Trailrunning im Prättigau gesprochen.

Weshalb bist Du zum aktiven Trailrunner geworden?

Stephan Hugenschmidt: So etwas entwickelt sich. Angefangen zu laufen habe ich schon als Kind. Mein ebenfalls laufbegeisterter Vater hat mich da immer mitgenommen, wenn ich Lust hatte. Er hat damals auch ab und zu Bergläufe gemacht, zu denen ich meistens mitgegangen bin. Selbst mitgemacht habe ich aber nur selten. Nur kurz einen Berg hochrennen und dann mit der Bahn runterfahren, fand ich wenig befriedigend. Schon früher bin ich lieber in den Bergen oder über Berge gerannt, statt einfach nur auf einen rauf. So richtig infiziert hat mich der «Berg-Virus», als ich nach dem Studium zum Arbeiten in die Schweiz (Uzwil) gezogen bin. Ich bin damals jedes Wochenende in die Berge gefahren. Das ging drei Jahre so, bis ich mich entschlossen habe, einen Traum zu verwirklichen und in die Berge zu ziehen. Wie es der Zufall so wollte, hatte Trumpf in Grüsch damals eine passende Stelle ausgeschrieben, und so bin ich im Prättigau gelandet.

Was fasziniert Dich am Trailrunning speziell?

Stephan Hugenschmidt: Die Einfachheit des Sports. Im Prinzip braucht man nur gut profilierte Laufschuhe und es kann losgehen. Sich schnell und leicht in der Natur, in den Bergen zu bewegen, macht für mich den Reiz aus.

Ist das Prättigau geeignet für Trailrunning? Und wenn ja, was macht es besonders?

Stephan Hugenschmidt: Natürlich ist das Prättigau zum Traillaufen geeignet! Ich schätze besonders, dass es nicht überlaufen ist und man stundenlang in einer intakten Natur unterwegs sein kann, ohne jemanden zu treffen. Und natürlich die einmalige Landschaft: erst die sanften Grasberge und dahinter die imposanten Felswände des Rätikons. Umwerfend!

Welches Trailrunning-Highlight im Prättigau kannst Du empfehlen?

Stephan Hugenschmidt: Ganz klar die Schesaplana, und zwar von der Schesaplanahütte aus über den Schweizer Steig. Dieser Weg schlängelt sich durch die imposante Felswand des Rätikons. Von weitem denkt man: Da kommt man ohne Kletterausrüstung unmöglich hoch, aber der Weg entpuppt sich dann als zwar spektakulär, aber erstaunlich gut zu begehen. Vom Gipfel dann über die Totalp zur Gamsluggen und via Prättigauer Höhenweg zurück zur Schesaplanahütte, wo man bestens bewirtet wird.